Lebensstil

???????????????????????????????Die Frage des Lebensstils im afrikanischen Kontext ist immer wieder herausfordernd. Was brauche ich wirklich, um „gut“ leben zu können? Wie viel Besitz will ich anhäufen? Ab wann wird mir mein Besitz zur Last? Diese Fragen können sich viele Sambier nicht stellen, bei ihnen geht es vielmehr um das tägliche Durchkommen. Dabei ist ihnen die Unabhängigkeit sehr wichtig, möglichst keiner soll plötzlich mit irgendwelchen Forderungen in ihr Leben greifen können. Somit streben auch die Ärmsten nach eigenem Grund und Boden und bauen sich ihre Häuser Stück für Stück selber, wenn es auch nur aus Lehm sein und jahrelang dauern sollte.

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Auch Sellina, unsere Schulkoordinatorin, hat sich im letzten Jahr ein Grundstück in einem noch nicht erschlossenen Gebiet am Rande eines Compound gekauft. Dafür zahlt sie nun den Kredit ab und steckt jeden freien Kwacha in Steine oder Arbeitslohn. Die Miete, die sie für ihre bisherige Wohnung zahlen musste, tat ihr jeden Monat weh, weil sie das Geld lieber in den Hausbau stecken wollte. Endlich war es nun soweit, dass sie ihr Dach decken konnte. Einen Tag später war der Umzug. Da das Häuschen irgendwo im Nichts liegt, wurde auch der Transport der Möbel zum Kraftakt. Sie mussten auf der Wiese abgestellt und über den Köpfen zu ihrem Haus getragen werden. An dem platt gewalzten Gras könnt ihr den Abstellplatz noch erkennen.

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Becky und ich haben Sellina besucht. Acht Kilometer Fahrt vom Office zu einem einigermaßen sicheren Parkplatz, dann eine halbe Stunde Fußmarsch, das letzte Drittel wegen überfluteten Wiesen barfuß. Ihr Grundstück liegt in einem Sumpfgebiet: „Aber doch nur drei Monate während der Regenzeit“, erklärt uns Sellina strahlend und zeigt uns stolz ihren Garten. Bohnen und Süßkartoffeln wachsen schon zwischen den Wassergräben. Ihr Brunnen ist zusammengebrochen, es muss ein neuer gegraben werden.

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Garten Schlafzimmer

Wasserschlamm gibt es hier genug, aber jeder Schluck Trinkwasser und alles andere, was sie zum Leben braucht, muss diesen beschwerlichen Weg getragen werden. Eine alltägliche Herausforderung, die sie gerne für ihr eigenes Stückchen Land in Kauf nimmt, einschließlich eineinhalb Stunden Weg zur Arbeit und dasselbe abends zurück. Immer mit dabei, Elisabeth ihre Enkelin, die bei ihr aufwächst .

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Ach ja, Strom gibt es natürlich auch nicht! So müssen sie vor dem Dunkelwerden (zurzeit 18.30 Uhr) ihren Weg nach Hause geschafft haben. Nun kommt das Solarlicht, das für Kriseneinsätze entwickelt wurde, welches mir mein Sohn Benjamin mitgegeben hat, zum Testeinsatz in Sambias Häusern. Ich bin gespannt! Jeden Tag erklärt mir Sellina, wie dankbar sie ist, dass sie so wunderbar wohnen kann: „Es ist dort so friedlich und ich bin sehr glücklich!“

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