Einweihung des neuen Schulblocks in Makululu

BandAm 2. Dezember war es endlich soweit! Der neue Schulblock unserer Boccsschule in Makululu wurde eingeweiht. Ein langjähriges Anliegen, dieses unzweckmäßige Gebäude umzubauen, konnte dank der Unterstützung der Deutschen Botschaft in Zambia und vieler Spenden aus Deutschland umgesetzt werden. Ganz früher war dieses Gebäude eine Bierhalle, seit Jahren wurden hier drei bis vier Klassen gleichzeitig unterrichtet, nur durch Sichtschutzwände voneinander getrennt. Könnt ihr euch den Geräuschpegel von 150 sambischen Kindern vorstellen? Ein Teil rattert im Chor die Zahlen bis 100 herunter, der andere Teil übt ein Lied und die dritte Klasse schreibt gerade einen Test. Dieses Jahr – nun endlich – die ersehnte Veränderung! Alle sind glücklich, dass die Zeit des Bauschutts, des Baulärms und der Doppelklassen nun vorüber ist. Vielleicht habt ihr ja die Baufortschritte auf der Homepage der Boccsseite mitverfolgt. Auch unser Team war in diesem Projekt stark involviert, besonders natürlich Musonda, der als unser Projektleiter den Umbau durchgeführt hat. In den letzten Wochen hat ihn immer wieder ein Teil unseres Teams bei Streicharbeiten unterstützt, so mussten wir hierfür wenigstens keine weiteren Arbeiter anstellen.

???????????????????????????????  Tische

Zuschauer
Die Organisation der Eröffnungsfeier lag in unserer Hand. Was da alles auf uns zukommen würde, haben wir am Anfang nicht geahnt. Mit jeder Besprechung wurde klarer, wie die Sambier sich so ein Ereignis vorstellen. Wenn der deutsche Botschafter kommt, dann muss für ihn ein angemessenes Ambiente geschaffen werden und es muss weitere geladene Gäste auf Augenhöhe geben. So wurden Bürgermeister, Schulrat und Bezirksvorsteher eingeladen und Reden für sie geschrieben. Ein Zelt, Tische und Stühle und eine Lautsprecheranlage musste angemietet, der Generator für den Strom in Schwung gebracht und Blumenarrangements bestellt werden. Ach ja, natürlich weiße Tischdecken, Porzellangeschirr und deutsch-sambische Flaggen für die Specialguests und neue Kleidung für die Köchinnen mussten auch noch schnell genäht werden. Zur Erinnerung – wir befinden uns im zweitgrößten Armenviertel des südlichen Afrikas. Deshalb konnten wir die Toiletten (Löcher im Zementboden hinter Mauern) auch nicht austauschen. Das Besondere an diesem Tag waren Toilettenpapier, Seife und Handtücher. Hier beschreibe ich nur Äußerlichkeiten, wie oft wir das Ablaufprogramm überarbeitet haben, habe ich nicht mehr mitgezählt. Zwei Tage vor der Feier entsprach es dann endlich dem sambischen Protokoll, das genau vorschreibt, was wie zu laufen hat und wer wann in welcher Reihenfolge genannt wird oder das Wort erhält.

Schild Nachbarn
Und dann kamen sie angefahren mit ihren großen Autos, ein besonderes Ereignis für alle hier im Compound. Viele Schüler waren schon um 8 Uhr bereit, um 11 Uhr konnten wir mit nur einer halben Stunde Verspätung starten. Die Kinder haben mit Liedern und einem knackigen Krippenspiel (es war auch gleichzeitig die Weihnachtsfeier) super Beiträge geliefert, auch die anderen Boccsschulen waren mit Delegationen und Banner vertreten.

BannerDie Reden (von uns geschrieben) waren nicht zu lang und Marcus Dieckmann, unser Leiter, hat anhand vieler Stränge eines Seils die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Gruppierungen an diesem Projekt veranschaulicht und seinen Dank ausgesprochen, nicht zuletzt an unseren Gott, der Türen geöffnet und uns miteinander verbunden hat.

Marcus Major

König Chor
Dann kam ein weiterer herausfordernder Teil, das gemeinsame Essen! 500 Personen sollten versorgt werden. Schon am Tag vorher wurden die Hühner gekocht, hierfür mussten wir die Köchinnen lange überreden – und wie immer alles auf den Holzkohlefeuern. Ich habe mich gefreut, dass wir auch das Elternkommitee der Schule als Specialguests in den Specialroom laden durften, direkt vor der Tafel der „ganz wichtigen Leute“ konnten sie Platz finden.

Kochen Gäste

Und noch ein Wort zu unserem Botschafter, Bernd Finke, ich hatte ihn ja schon im Oktober kennengelernt. Ein sehr bodenständiger sympathischer Mann, der zwanglos ohne großartiges Protokoll mit den Menschen das Gespräch sucht und sicherlich auch mit uns zusammen von Plastiktellern gegessen hätte. Auch seine authentischen Worte (nicht von uns vorbereitet) haben unsere Herzen erreicht. Nicht er sei der Ehrengast, so sagte er, für ihn sei es eine Ehre, bei unserer Feier dabei zu sein und dieses Projekt kennenzulernen.

Dank