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Pilotprojekt im Compound Katondo

HygienelektionIn einem kleinen Bereich hinter dem Schulgarten der Boccsschule in Katondo wollen wir ein Beispiel setzen. Dort leben 17 Familien (82 Personen), die wir im Bereich Gesundheitsvorsorge durch Hygienemaßnahmen unterstützen wollen. Wir möchten ihr Bewusstsein für die Wichtigkeit von Hygiene in diesem Zusammenhang stärken und ihnen helfen, ihr Umfeld sauber zu halten. Hierbei stehen die Themen Müllentsorgung, Wasserversorgung und Toiletten im Vordergrund, aber auch der Umgang mit Nahrungsmitteln und Tieren ist ein großes Lernfeld.

Müllentsorgung
In ganz Sambia, besonders aber in den Compounds, gibt es keine Müllentsorgung. Man lebt mit dem Müll, pflanzt Kohl in mülldurchsetzte Erdschichten und kocht zwischen Tierkot und Plastikresten. Irgendwann, wenn die Müllberge irgendjemandem zu viel sind, werden sie einfach da, wo sie sind, verbrannt. Schadstoffe landen nun auch aus der Luft auf dem Kohl. Die 17 Familien in unserem Viertel teilen sich eine Toilette (ein Loch im Boden), nachts verrichten sie ihr Geschäft in Plastikbehälter, die dann ins Gebüsch geworfen werden. Diese Angewohnheit teilten sie uns laut lachend mit, als wir bei unserer Müllsammelaktion all die Plastikbehälter beherzt entsorgten.
Natürlich können wir nicht die großen Probleme Sambias lösen, aber es reizt uns doch, in einem kleinen Bereich eng mit den Menschen zusammenzuarbeiten und herauszufinden, ob dies ein Weg sein könnte. Wir gehen kleine Babyschritte und werden erleben, wohin sie uns führen.

RR Team
Für den Einsatz des Royal Rangersteams kamen unsere Gedanken genau passend. Eine Gruppe, bereit zum Anpacken und offen für die Menschen und ihre Nöte. An unserem ersten Einsatztag wurden wir vom Gesundheitsbeaufragten von Kabwe mit einem Traktor, einer kaputten Mülltonne und 11 Arbeitern unterstützt. So konnten wir Berge von Müll aus den Büschen und Kuhlen abtransportieren.

Traktor   Mülltonne

Die Frauen der Familien und einige Kinder waren eifrig mit dabei. Die Männer haben uns schmunzelnd zugeschaut und auch nicht auf meine werbenden Einladungen reagiert, solche Arbeiten liegen in Frauenhand! So habe ich diese Situationen zum Anlass genommen, all unsere deutschen Männer als unsere Helden zu präsentieren.

Frauenarbeit

An unserem letzten Einsatztag konnten wir Mr. Mwamba Bondo für uns gewinnen, er ist nun fleißig dabei, Plastikmüll zu sammeln und hat inzwischen 10 Säcke in seinem Mangobaum gelagert. Wir haben Kontakt zu einer Recyclingfabrik, die in Zukunft auch Plastik aufbereiten will. Es wäre ein ermutigender Weg, wenn über das Müllsammeln die Familien auch ein paar Kwachas verdienen könnten.

Plastiklager Mr. Mwamba

Vorgestern habe ich mit Mrs. Lungo (Landowner – Chefin) über das Anlegen einer Kompostgrube gesprochen. Sie hat „Bauklötze“ gestaunt, als ich ihr erzählt habe, dass sie so Dünger für ihr Feld herstellen kann. Nächste Woche treffen wir uns wieder unter dem großen Mangobaum, um über weitere Schritte rund um das Müllproblem zu sprechen.

Müllsammeln  Mr. Mwamba

Wir wollen die Familien mit ihren Problemen näher kennen und verstehen lernen. Beziehungen zu ihnen zu bauen, ist sehr wichtig. In kleinen Gruppen haben wir jede Familie besucht und ihnen anhand eines kleinen Heftes erste Hygienehinweise vermittelt. Um ihre Nahrungsmittel vor Fliegen und Kakerlaken zu schützen, haben wir ihnen einen „Vorratsschrank“ (Eimer mit Deckel und Vorratstüten) mitgebracht. Die Freude war groß. So gehen wir weiter Schritt für Schritt vorwärts.

Heft  Vorratsschrank

Beziehungen

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