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Von Eierpappen und Strichlisten

Sehen wir eine Eierpappe, denken wir an Eier, einfach an Eier und an Essen, du denkst an Mathematik … So begann eine der Abschiedsreden unserer Lehrer nach meinem knapp 10-wöchigen Einsatz in Sachen Fortbildung Mathematik an der LIFE TRUST SCHOOL WAYA.

Mathematik (hier Multiplikationsaufgaben) in der Umwelt zu entdecken war für alle Lehrer etwas Neues und völlig Überraschendes. Und spontan kamen dann auch Aussagen wie: „Da am gate ist auch Mathematik,“ oder „Die Lüftungsöffnungen stellen eine Mal-Aufgabe dar.“ Schwerpunkt der Fortbildung waren aber auch diesmal die Basics: Zahlen erkennen und zerlegen, schrittweises Addieren und Subtrahieren ohne zu zählen. Zum Darstellen von Zahlen haben wir jetzt rigoros eine Neuerung eingeführt: Die Darstellung von Zahlen mit Strichen mit Hilfe der in Deutschland üblichen Fünferstruktur. Das gibt es in Sambia nirgends, in keinem Schulbuch. Gebündelt wird nur der Zehner. Bis dahin gibt’s gleichmäßige Striche, es muss nachgezählt werden. Die Tatsache, dass die Fünferstruktur durch unsere Hände vorgegeben ist und unser Gehirn in der Lage ist, zweistellige Zahlen „quasi-simultan“ zu erfassen, konnte schließlich alle Lehrer davon überzeugen, dass die „Power of 5“ (Kraft der 5) uns die Arbeit des Zählens abnimmt. Ob sie es auch auf Dauer umsetzen werden?

von Eva Knuth