post

Camillas Graduation

Graduations erlebt man öfter in Zambia. Ob es sich um den Schulabschluss handelt oder um den Abschluss eines Bibelschulkurses oder auch das Beenden eines Nähkurses …, in jedem Fall wird große Wertschätzung ausgedrückt und für einen feierlichen Rahmen gesorgt. Camilla kenne ich schon seit einigen Jahren aus meiner Gemeinde. Durch gegenseitige Besuche sind wir uns nähergekommen, wir haben in diesem Jahr auch gemeinsam ins neue Jahr hineingefeiert. Nun steht mit dem Beendigen der 12. Klasse ihr Schulabschluss kurz bevor.

Für mich war es das erste Mal, eine Graduation an der Schule zu erleben, zudem noch an einer der angesehensten Schule der Stadt, der Caritas Convent School, eine katholische Mädchenschule. Alle Mädchen der Schule waren versammelt und die Schulabgängerinnen besonders aufgeregt. Mit Spannung warteten sie auf die Namensverkündigung der Mädchen, die eine besondere Auszeichnung für die verschiedensten Bereiche erhielten. So wurden Schülersprecher hervorgehoben, Fairnesspreise verteilt und auch hervorragendes Benehmen gekürt. Camilla gehört mit zu den Besten und konnte es kaum glauben, dass sie gleich zweimal gekürt wurde. Da flossen dann doch einige Tränen. Die Gewinnerinnen wurden aufgefordert, gemeinsam mit ihren Eltern das Tanzbein zu schwingen. Als Zweitmama an diesem Tag war ich somit ganz schnell involviert. Es gab verschiedene Darbietungen von Eltern, Lehrern und anderen Schulklassen. In einem Theaterstück wurde auf amüsante und mutige Art und Weise die Rollenveränderung der jungen Frauen aufgegriffen. Besonders bewegt hat mich der Moment, als die beste Schülerin eine Zusage für ein Stipendium in England erhielt. Diese junge Frau mit ihrem Fairnesspreis schaut so zielstrebig nach vorne. Was wird dieser Schritt doch ihr Leben verändern, und wird sie jemals wieder zurück kommen nach Zambia und ihr Land voranbringen? Und all die anderen Mädels, die jetzt an die Hochschulen streben, wird mit ihnen eine neue Generation aufstehen, die Verantwortung auch für die übernehmen, die nicht diese Chancen haben?

APEX MEDICAL UNIVERSITY LUSAKA

Einen kleinen Einblick in eine medizinische Universität in Lusaka konnten Fred und ich erleben, als wir Benson, einen unserer Jonathanstudents, in eine Chemievorlesung begleitet haben.

Das ist schon eine Nummer, wenn man aus einem Compound in Kabwe kommt und nun die Schulbank mit reichen gestylten Kommilitonen drückt, die einen komplett anderen Lebensstil führen. Da fühlt man sich zunächst einmal ganz klein und ist herausgefordert, seinen eigenen Weg und ein gesundes Selbstbewusstsein zu finden. Auch hier sind wir gespannt, wie sich die Jonathans, jahrelang gefördert und geprägt durch Life Trust, entwickeln werden.