post

Zuhause in Kabwe

Schon längere Zeit vor meiner Ankunft wurde eifrig nach einer passenden Unterkunft gesucht. Eine Woche vor dem Abflug erhielt ich erste Bilder von einem Servants Quaters (ursprünglich ein kleines Haus für Hausangestellte), nicht allzu weit entfernt vom Office, zentral und in sambischem Umfeld mit einem soliden Sicherheitsstandard hinter Tor und Mauern. Es ist perfekt, genau wie ich es mir vorgestellt habe, mit Strom und Wasser zwischen 5.30 Uhr und 21.00 Uhr, falls nicht gerade jemand Wäsche wäscht oder der Gärtner aktiv ist. Damit ist der Wecker morgens vorprogrammiert, da das Wasser lauthals in den Toilettenspülkasten hineinströmt.

In den ersten Wochen gab es einiges zu organisieren. Zusammen mit Juliane und Sofia, zwei Studentinnen, die hier ihr Praxissemester verbringen, haben wir das Bad gestrichen, Möbel organisiert, Chitenge für die Fenster ausgesucht und Schüsseln, Eimer, Teller und Schlösser für unsere Gittertüren auf dem Markt eingekauft. Betten, Kühlschrank und Herd standen schon für uns bereit. Dafür hieß es erst einmal, wegschrubben, was Generationen vor uns hinterlassen haben. Mein Bett, ein Regal und Hocker haben wir direkt am Straßenrand gekauft. Die große Matratze wurde nach sambischer Art irgendwie gefaltet und ins Auto gequetscht und für Spiegel im Bad wurde uns eine Klebemasse empfohlen. Und tatsächlich kleben unsere Spiegel jetzt an der Wand. Apropo Kleber! Beim ersten Fensteröffnen habe ich gleich eine Scheibe demoliert, da die Fenster frisch gestrichen und dann verschlossen wurden. Mit viel Feingefühl können wir jetzt die Hälfte der Fenster öffnen, die anderen bleiben einfach zugeklebt. Für die Küche brauchten wir noch eine Arbeitsfläche und Ablage. Gestern Morgen habe ich den Tischlern auf dem Markt aufgezeichnet und erklärt, was ich haben möchte, am Nachmittag konnten wir den Tisch bereits abholen. Sie waren glücklich über dieses Tagesgeschäft.

This is Zambia! Wir fühlen uns wohl in unserem kleinen Haus, kochen gerne in unserer Küche mit Regalen aus Tomatenkisten, die nachts zum Fahrradabstellraum umfunktioniert wird. Das ist hier so üblich, da sich sonst die Räder alleine auf den Weg machen. Und immer wieder kommt sambischer Besuch vorbei, alle wollen sehen, wie die drei Muzungufrauen so leben. Unsere Nachbarn haben wir zum Kartoffelsalatessen mit Würstchen eingeladen, ein sehr interessantes Aufeinandertreffen mit vielen Unsicherheiten wie man sich im Hause von Weißen wohl verhält. Hinterher hatten wir eine Menge zu lachen. Wenn man Kontakt sucht, braucht man nur einen Eimer Wasser am Brunnen volllaufen lassen und schon ist man im Small Talk verwickelt. Sich alleine ruhig in den Garten setzten geht also nicht. Möchte man seine Ruhe haben, macht man einfach die Gardinen zu. Wir sind gespannt, wie wir auch über diesen Weg tiefer in die sambische Kultur hineinfinden werden.