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Moringa

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Was war das für eine Schufterei – mit viel Schweiß und wenigen Spitzhacken bearbeiteten 2010 deutsche Royal Rangers gemeinsam mit sambischen Schülern der Boccs-Schulen in Katondo und Makululu den steinharten Erdboden. Einen halben Meter tief durch alle Müllschichten hindurch, das ging nur abwechselnd. Ganz sambisch, einer hackt,  zehn schauen zu.

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Die zarten Pflänzchen mussten gegen Bälle und Fußtritte geschützt werden. Ob sie es schaffen werden? Moringapflanzen brauchen zum Glück keinen besonderen Boden und nur wenig Wasser, sie sind echte Überlebenskämpfer und mehr noch, sie wirken dort wo sie stehen als Bodenverbesserer.

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Enttäuscht waren wir später dann aber doch, als wir hörten, dass die meisten Pflanzen ausgerissen und zertrampelt wurden. Aber einige haben es geschafft. Ich war überrascht, als ich vier Jahre später den großen Baum vor Musondas Haus begutachtete.

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Im Blogartikel über Good Luck habe ich ihn euch schon vor Monaten gezeigt, als wir aus den Blättern Tee gekocht haben. In den westlichen Ländern wird über diesen Wunderbaum viel berichtet. Das aus den Blättern gewonnene Moringa Pulver besitzt einen Eiweißgehalt von ca. 30 %. Es ist reich an Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien. Es könnte weltweit, viele Ernährungs- und Gesundheitsprobleme lösen.

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In den traditionellen Heilsystemen von Südasien ist Moringa (Moringa oleifera) als Heilpflanze gegen Unterernährung und zahlreiche gesundheitliche Beschwerden bekannt. So soll er für 300 verschiedene Leiden brauchbar sein, die meist mit Stoffwechselkrankheiten, oxidativem Stress, Entzündungen, Wunden, Infektionen oder Schmerzen verbunden sind. Auch zur Ölgewinnung kann man ihn nutzen oder für die Wasserreinigung verwenden. Schweizer Forscher haben entdeckt, dass Moringasamen Stoffe enthalten, die verunreinigtes Wasser reinigen können. 0,2 Gramm Moringasamenpulver reichen, um 1 Liter Trinkwasser aufzubereiten… Nur in Sambia weiß man all dies kaum. Irgendwie juckt es mich doch, hier noch einmal einen Vorstoß zu wagen. Erste Schritte sind mit den sambischen Royal Rangers gemacht. Wir haben Samen aus den Schoten genommen, sie keimen lassen und schon kleine Pflänzchen kultivieren können. Mein Versuch in Deutschland gelang bis zur Höhe von 15 cm, danach wurde es den Pflänzchen anscheinend zu kalt.

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Nach 3 Monaten brachte ein Rangersmädel dieses Prachtexemplar mit. Einige der heutigen sambischen Rangers haben 2010 als Zweit- oder Drittklässler gestaunt, was die Muzungu Rangers da so treiben. Nun sind sie dran! Ich bin gespannt, wie es sich entwickeln wird. Geht dann irgendwann die Saat von 2010 doch auf?