Und immer wieder Katondo

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Ein letztes Mal mache ich mich auf den Weg – zu Fuß durch Katondo. Ich möchte mich langsam verabschieden, noch einmal den Menschen begegnen, die ich immer wieder auf meinem Schulweg treffe.

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Die Jungs in ihrer Kinobretterbude schauen wohl zum zigsten Mal dasselbe Video an. Ein neues Auto wird ausprobiert.

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Vorbei an den Männern, die vor zwei Wochen die Lehmsteine bereitet haben, der Hausbau kann nächste Woche beginnen. Diese Steine sind einfach nur gepresste und getrocknete Lehmerde und weichen in der nächsten Regenzeit wieder auf. Ein altes Sofa erhält heute eine widerstandsfähigere Polsterung aus Plastikmaterial.

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Die Oma bewacht täglich das Familiengrundstück und winkt mir oft freundlich zu. Sie freut sich, wenn ich mir Zeit für ein Pläuschchen nehme. Die Frau an der Kurve wäscht wieder ihr Geschirr ab und die letzten Maiskolben liegen zum Trocknen aus.

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Given (mit Häkelmütze) hat in seiner Fahrradwerkstatt zu tun. Häufiger begleitet er mich ein Stück zur Schule. Er lebt getrennt von Frau und Kindern und hat Alkoholprobleme. Ich freu mich immer, wenn er da ist und wir ein paar Worte wechseln können. Heute laufe ich noch weiter, weil ich Musondas besuchen möchte. Und schon lerne ich neue Leute kennen. Für alle hier ist es ungewöhnlich, dass eine Muzungu zu Fuß durch den Compound geht. Die Menschen, die an meinem Schulweg wohnen, haben sich an mich gewöhnt. Laufe ich aber durch weitere Gebiete, geht das Muzungugerufe wieder los. So auch hier.

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Diese Familie ist mit der Herstellung von Steinen beschäftigt und bittet mich spaßeshalber um Hilfe. Sie staunen nicht schlecht, als ich wirklich die Schaufel in die Hand nehme und müssen dieses Ereignis gleich mit ihrem Handy festhalten. Nun bin ich fast bei Musondas, hier kennt man mich wieder. Jetzt höre ich einige „Muzungu Royal Rangers“ rufen.

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Ich genieße diesen letzten Tag hier in Katondo bei einer Runde „Ludo“ mit den Kindern. Gestern Abend habe ich Mwapes Mutter kennengelernt, sie ist zurzeit zu Besuch. Sie hat Probleme zu lesen, heute habe ich verschiedene Brillen dabei, die mir eine Kollegin mitgegeben hat. Und tatsächlich passt eine, sie freut sich und nimmt sich gleich das Asterix Heft vor.

Musonda 2Apropos Abend, mit dem Sonnenuntergang verändert sich die Atmosphäre im Compound schlagartig. Alles verschwindet in den Häusern, wer Licht hat, gehört zu den Bessergestellten. Auf den Straßen findet man nun ein ganz anderes Publikum, laute Musik aus den Bars und viele Betrunkene. Von Gewalttätigkeiten hört man des Öfteren, als Muzungu sollte man sich hier abends nicht mehr blicken lassen. Auch Prostituierte bieten sich an, jeder verdiente Kwacha hilft – die traurigen Schattenseiten Katondos!

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