Broken Hill

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Man schwankt zwischen dem Gefühl durch norddeutsche Dünen oder Mondlandschaften zu gehen. So erging es uns an einem Sonntagnachmittagsspaziergang in Kabwe. Wir waren neugierig auf das etwas abseitsliegende Minengelände und auf der Suche nach interessanten Steinen. So hatte ich Kabwe noch nie gesehen.

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Kabwe liegt auf einer Erzader mit einem Bleigehalt von 20 %. Es entstand 1902 und wuchs in den 1930er Jahren um den Zechen- und Hüttenbetrieb für Blei und Zink herum. Bis 1964 hieß die Stadt Broken Hill. Gefördert wurde bis 1994. Es gab keine Umweltauflagen. Das Blei hinterließ eine beachtliche Boden- und Wasserverseuchung. Auf den alten Halden werden Erzrückstände noch illegal verwertet.

6Spiegel-Online und das Blacksmith Institute berichten, dass in der zweitgrößten Stadt Sambias etwa 250.000 Menschen potentiell von der Verschmutzung der Umwelt durch Blei und Cadmium betroffen sind. Verursacher ist der Bergbau. Aufgrund dessen ist die Stadt seit 2006 auf der Liste der schmutzigsten Orte der Welt. Blutuntersuchungen hätten ergeben, dass die Bevölkerung mindestens doppelt so viel von dem Gift in ihren Adern hat als normal wäre.

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Auf unserem Spaziergang begegneten uns Sambier, die sich dieser Gefahr offenbar nicht bewusst sind. Barfuß schlenderten sie durch das verseuchte Wasser, die Gegend hier scheint ein Ausflugsziel zu sein. Und klar, dass sie nicht darüber nachdenken, was für Gifte durch den Boden in ihrem angebauten Gemüse landet.

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Auch über die städtischen Wasserleitungen nehmen sie Tag für Tag diese Rückstände auf. In den Häusern der Weißen stehen deshalb Wasserfilter ganz oben auf der Liste der Notwendigkeiten für das Leben hier. Undenkbar für die vielen Menschen in den Armenvierteln. In meinen Recherchen stoße ich immer wieder auf die Möglichkeit des Wasserfilterns durch Moringasamen. Aber auch hierüber weiß in Sambia kaum jemand Bescheid. Ein weites Arbeitsfeld!

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