Benson

B 3Benson ist einer unserer „Jonathan Students“, ein Projekt, das ausgewählte Schüler nach dem Schulabgang fördert und ihnen ein Studium oder eine Berufsausbildung ermöglicht. Als 15–Jähriger wurde er nach der Scheidung seiner Eltern zwischen den Verwandten hin– und hergeschoben, bis er schließlich in Kabwe bei seiner Tante Unterschlupf finden konnte. An unserer Boccs-Schule in Kabwe Main fiel dieser ehrgeizige Junge früh auf und wurde zum Head Boy (eine Art Schülersprecher) ernannt. 2012 wurde er im Jonathan Projekt aufgenommen. Dies ermöglichte ihm, seinen Highschool Abschluss und ein Jüngerschaftstraining bei OM zu absolvieren. Er sagt: „Für mich war es so, als wäre ich zum zweiten Mal erwählt worden!“ Bis zum nächsten Januar wartet er auf seinen Studienplatz, er will Elektroingenieur werden und zusammen mit seinem Freund eine Company in Zambia gründen.

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Die Zwischenzeit nutzt er gerne, um uns zu unterstützen: „Ich will wenigstens etwas zurückgeben und mich wie ihr um die benachteiligten Kinder kümmern.“ Nun engagiert er sich als Sozialarbeiter und auch in der Royal Rangersarbeit. So kam es dazu, dass wir beide uns kennenlernten. Rangersbesprechungen, gemeinsames Dienen, Fahrten in den Busch, Besuche im Compound und immer wieder tiefe Gespräche und eine Menge Gründe zu lachen brachten uns einander näher. In einer kleinen Gemeinde in Katondo bringt er sich als Jugendleiter, Gottesdienstleiter und Prediger ein. Als ich ihn dort besuchte, musste er sich als Übersetzer üben, da ansonsten hier keine Muzungus auftauchen – eine Ausnahmesituation für ihn, die er souverain gemeistert hat!

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Ich bin beeindruckt von diesem reifen 22-jährigen jungen Mann, der auf seine feine Art mit mir meckert, wenn ich zu spät komme und mir durch leise Hinweise hilft, mich mit den sambischen Gepflogenheiten zurechtzufinden. Irgendwann erzählte er mir, dass er so gerne ein Foto von den Jonathan Projektunterstützern hätte, er möchte diejenigen, die jeden Monat Geld für ihn überweisen, einmal sehen. Es gibt keine direkten Patenschaften, aber diesen Wunsch konnte ich ihm leicht erfüllen, da mein Schwiegersohn und meine Tochter seit 2012 dieses Projekt unterstützen.

B Kopie 2Nun hängen die Fotos in seiner Backsteinhütte, in der er zusammen mit einem Freund lebt. Benson sagt: „Jeden Tag schaue ich dankbar auf die Bilder und bete für deine Familie.“ Es war ein Privileg für mich, den letzten Abend vor meiner Abreise ganz unerwartet mit ihm in seinem Haus zu verbringen. Seit Anfang des Jahres ersetzt Licht, gespeichert aus einer Solarzelle (gesponsert durch das Jonathan Projekt), das Kerzenlicht. So konnten wir bequem das Nachtmahl auf der Imbaula kochen und gemeinsam Fotos anschauen. In Bensons Haus hat alles seine Ordnung, ich durfte auch in sein Schlafzimmer (ein besonderes Vorrecht). Ordentlich liegen dort seine Bücher gestapelt, alle Schuhe geputzt und aufgereiht und die Kleidung übersichtlich an einer Leine  aufgehängt. Alles sorgfältig gebügelt, mit einem Bügeleisen, in das man Holzkohle füllt.

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Benson hat mein Herz erobert und ich bin gespannt, wie sich sein weiterer Lebensweg entwickeln wird. Erkennt ihr ihn auf dem Gruppenbild der Jonathan Students wieder und vielleicht auch Foster Mulenga? Über sie habe ich auch schon in meinem Blog berichtet.  Am liebsten würde ich jetzt schon mal sehen, was aus dieser Truppe in 10 Jahren geworden ist.

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