Abschiedszeiten

Abschied 3Nun ist es soweit, meine Zeit hier geht zu Ende. In der letzten Woche gab es einige Abschiedsfeiern und weitere folgen in den nächsten Tagen. Schon länger verabschiede ich mich innerlich von den Orten, die ich so schnell nicht wiedersehen werde. So vieles ist zu meinem Alltag geworden, wie selbstverständlich laufe ich zwischen Plastikmüll herum und treffe auf bekannte Gesichter an den Marktständen. Hier ein Pläuschchen, dort ein Small Talk. Ich werde es vermissen.

Abschied 2Die letzte Schulleiterdienstbesprechung unserer Boccs-Schulen haben wir genutzt, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Vieles wurde angestoßen, nun wird sich zeigen, was auch dauerhaft im Schulalltag umgesetzt wird. Ein langer Weg liegt noch vor uns. Irgendwie müssen Schulleiter hier immer ernst und seriös wirken, besonders auf Fotos. Es ist schwer, ihnen in solchen Momenten ein Lächeln abzugewinnen.

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Abschied 1In Katondo habe ich mich von den Mitarbeitern mit einem gemeinsamen Essen verabschiedet. Ein letztes Mal die leckeren Kapentas (kleine Fische).

Abschied 4Danach warteten die Frauen aus unserem Compound Projekt unter dem Mangobaum auf mich. Ich habe ihnen die Parabel vom Adler, der nicht fliegen konnte, weil er unter Hühnern aufgewachsen ist, erzählt. Der Adler, das Freiheitssymbol der Sambier – ein guter Vergleich für die Frauen, die langsam ihre Flügel ausbreiten und entdecken, was sie gemeinsam erreichen können. Mit einem Nähkurs geht’s jetzt weiter voran. Ich bin berührt, wie viel Wertschätzung sie mir entgegenbringen, kleine Geschenke, kleine Reden und immer wieder gemeinsam lachen, erzählen, singen und tanzen. So vielen wunderbaren Menschen durfte ich hier näher kommen.

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Heute habe ich mich von meiner Gemeinde verabschiedet. Gestern schon haben sechs Frauen für alle gekocht, es sollte ein Fest gefeiert werden. Da war was los! Singen und Tanzen und viele Umarmungen. Immer wieder so viele Wertschätzungen.

A 2Im Gottesdienst kamen mir die Frauen mit Geschenken entgegengetanzt. Jede einzelne hat mich fest in den Arm genommen und viele haben mich in ein Tänzchen hineingezogen. Sie haben mir ein sambisches Outfit genäht und für Fred ein passendes Hemd dazu, damit wir als Ehepaar im Partnerlook gehen können. Das lieben die Sambier. Man zeigt, dass man zusammen gehört. Diese freudigen Feste mit spontanen Tanzeinlagen werden mir fehlen!

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