post

Living Stone

Eine ganz besondere Zeit, die ich kaum in Worte fassen kann, liegt hinter uns. Vor drei Jahren stand ich mit einer Gruppe von deutschen Rangern an den Victoria Fällen und habe mich gefragt, ob ich eines Tages hier mit sambischen Royal Rangers stehen werde. Das glich mehr einem Traum, zu dieser Zeit gab es keine Royal Rangers in Zambia.

Unglaublich, nun wurde es wahr. Drei Rangersleiter aus Bielefeld sind extra angereist, um mich zu unterstützen. Im letzten Jahr habe ich in unserem Outpost Katondo einen Juniorleiterkurs gestartet. Die Ernennung nun sollte an diesem besonderen Ort stattfinden. Noch nie waren die Jugendlichen auf einem Camp und noch nie waren sie alleine fort, heraus aus Kabwe, 12 Stunden Busfahrt bis ans südliche Ende Zambias. Hierfür brauchte es Genehmigungen von Eltern, Schule und sogar vom Schulamt. So einfach ist das nicht, dass ein Schulgänger hier den Distrikt Kabwe verlässt. All dies wurde durch Spenden möglich. Keine Familie könnte sich ein Busticket nach Livingstone leisten. Im Gegenzug haben sich die Rangers bei Garten- und Feldarbeit in Waya nützlich gemacht. Mein Herz wurde schon bewegt, als alle in ihren besten Kleidern am Treffpunkt bereitstanden und im Bus ununterbrochen die gefühlvollen sambischen Lieder anstimmten. Unser Campgelände am Marambafluss, aus dem nachts die Hippos heraussteigen und bis an die Zelte herangrasen, war auch für die deutschen Rangers ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam konnten wir den Sambiern einen typischen Campablauf näherbringen und haben indem eine sehr dichte und tiefe geistliche Zeit erlebt. Neben der Freude über die wunderbare Schöpfung, den Begegnungen mit Löwen und anderen Tieren, sind wir auch als Gruppe tiefer zusammengewachsen, was bis heute nichts an Intensität verloren hat. Alle sind sehr verbindlich in die Mitarbeit eingestiegen und wir planen einen neuen Outpost in Waya zu eröffnen. Das ganz Besondere aber bleibt, dass wir nicht anders können, als immer wieder zu Trommelrhythmen zu tanzen und unseren Gott zu preisen! Living Stone –  Steine, die Leben schaffen!

post

RR Outpost Katondo

Jeden Dienstag ist Rangerszeit in Katondo. Es hat einige Zeit gebraucht, bis wir uns in Teams organisiert haben. Nun üben wieder alle Teamsongs ein und präsentieren ihren Teamruf beim Appell. Besonders die Lions tun dies mit Inbrunst. Schon von weitem hört man ihr Löwengebrüll. Das sorgt häufig für heitere Stimmung.

Noch immer tun wir dies ohne Kluft und nur vereinzelt sieht man ein Halstuch. Aber ein großer Stoffballen für die Kluften liegt schon im Büro, bald wird fleißig genäht werden. Die Älteren, die Strong Tigers und die Doves, besuchen zusätzlich einen Juniorleitertrainingskurs, den wir immer im Anschluss anbieten. Ich staune über ihre Verbindlichkeit, sie wollen unbedingt Commanders werden. Die meisten von ihnen haben vor 2 ½ Jahren den Start unseres Rangersstammes hier miterlebt. Nun üben sie fleißig Knoten und Bünde, legen Druckverbände an, lernen die Bedeutung der Zacken, bereiten Aktionen für ein Team vor und züchten Moringabäume. Seit wir unsere Treffen im Insaka starten, erleben wir mehr Nähe zueinander. Hier halten wir unsere Andachten und singen und tanzen zu Trommelrhythmen, da geht einem das Herz auf. Und es gibt immer wieder Höhepunkte. Neulich hatten wir Besuch von Lüneburger Rangern. Gerald hat ein großes Seil mitgebracht und im Spiel einiges verdeutlicht. Wir hatten eine Menge Spaß dabei. So schauen wir, dass wir die Katondo Rangers voranbringen. Gemeinsam gehen wir Schritt für Schritt vorwärts – panono panono!  ?

post

Lusaka Rangers

Am letzten Wochenende habe ich es endlich geschafft, mich mit den Commanders in Lusaka zu treffen. Erwartungsvoll nahm ich an einem Stammtreff in einem Lusaka Compound teil. Die Lusaka Rangers haben sich stark entwickelt. Inzwischen gibt es 10 Outposts, die alle von Pentecostal Holiness Churches getragen werden. Ich war sehr überrascht über diese Entwicklung. Von Deutschland aus konnte ich nichts Weiteres herausfinden. An diesem Wochenende gab es auch ein kleines Distrikttreffen der Stämme. Herzlich wurde ich willkommen geheißen und musste wie üblich vorne einen Ehrenplatz einnehmen. Somit konnte ich nur gegen das Licht fotografieren. Dementsprechend dürftig sind nun die bildlichen Eindrücke.

Die Afrikaner lieben Disziplin, salutieren und marschieren und halten sich eng an das amerikanische System der Royal Rangers. Somit gibt es hier auch nur Jungenteams. Für uns etwas befremdlich. Aber wir in Kabwe haben die Freiheit, unseren Stammposten auch anders zu prägen. Sambia ist bekannt für seine Vielfalt. Die Jungs waren sehr gespannt von mir zu hören, wie in Sambia die Rangersarbeit vor 2 ½ Jahren angefangen hat, ich hab mich gleich zu Hause gefühlt. Am folgenden Tag haben wir uns ganz viel Zeit genommen, über die Weiterentwicklung der RR in Zambia nachzudenken. Wir planen nun monatliche Treffen, um am RR-Curriculum (Logbuch, Abzeichen… ) zu arbeiten. Im nächsten Jahr streben wir weitere Ausbildungen der Commanders an und planen ein erstes Zambiacamp mit allen Stammposten. Mal sehen, was sich davon wie umsetzen lässt. Ich habe mich gefreut, Beziehungen zu den Lusaka Commanders bauen zu können und spüre ihre Leidenschaft, die RR voranzubringen. Das vermisse ich in Kabwe noch.

post

Insakabau

Inzwischen starten wir wieder durch bei den Royal Rangers in Katondo. Unser Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Ausbildung von Juniorleitern. Von den ehemaligen erwachsenen Leitern sind leider nur noch zwei mit dabei. Aber die älteren Rangers, die vor zweieinhalb Jahren mit uns gestartet haben, sind noch immer motiviert. So schließen wir jetzt an unser wöchentliches Rangers-Meeting einen Leiterschaftskurs an. Unser erstes praktisches Projekt ist der Bau eines Insakas. Ein Insaka ist eine traditionelle Versammlungshütte, in der sich die Dorfgemeinschaft trifft und ihre Palaverrunden abhält – wie passend für unsere Stammessitzungen! Und mit was für einem Elan alle mitangepackt haben. An den Samstagen waren die Jungs schon früh um 6 Uhr aktiv. Im Laufe des Vormittags trudelten dann nach und nach weitere Helfer ein. Für uns Muzungus war es spannend mitzuerleben, wie aus dem Lehmboden und Wasser mit einer einfachen Holzform die Steine geformt wurden. Gute 300 wurden an einem Tag in der Sonne zum Trocknen ausgebreitet. Die Zubereitung der Lehmpampe mit Schaufeln, Füßen und Händen überzog nach und nach Kleidung und Haut mit einer rötlichen Schicht. Alle hatten dabei riesigen Spaß.

Für das Fundament mussten Sand, Steine und Zementsäcke organisiert werden, ansonsten würden unsere Lehmziegel die Regenzeit nicht überstehen. Unglaublich, wie einfach der Zement gemischt wurde – handmade! Hier scheint sich jeder auszukennen wie man im Team mit Schaufel und Wasser in einem Sandkrater genau die richtige Mischung hinbekommt und mit Pappe den Boden glättet. Und natürlich war das ein wunderbares Teambuilding, ein einander Näherkommen in Gesprächen und bei übermütigen Jokes.  Ein guter Start! Ich bin gespannt auf Ranger-Palaverrunden, die unseren Stamm und die Rangersarbeit in Zambia voranbringen werden. Auch in diesem Sinne werden in unserem Insaka Fundamente gelegt.

post

NRMC in Malawi

z-neu-6

Endlich war es soweit! In der ersten Augustwoche nahmen 10 Sambier am ersten Nationalen Rangers Ministry Camp (gleicht unserem  NTC) in Malawi teil und ließen sich als Commander ausbilden. Im Vorfeld gab es viele Steine aus dem Weg zu räumen. Wie sollten sich Sambier, die noch nie ihr Land verlassen haben und keine Pässe besitzen, auf nach Malawi machen? Das war ein Behördenmarathon rund um die Travel Documents …  Und wie die Campgebühren und die lange Fahrt bezahlen? Da kam uns die RR Leitung in Malawi entgegen und hat für die Sambier den Preis halbiert. Und dann noch die Absprachen rund um eine gemeinsame Fahrt aus den verschiedenen Städten Sambias, die am Ende zu keiner Einigung führten.

z-neu-9

Von ursprünglichen 50 Rangers haben sich dann letztendlich auf eigene Faust 10 auf den langen Weg gemacht, der uns ins Mulanjegebirge führte, nahe der Grenze zu Mosambik.  Die Enttäuschungen und Entmutigungen in dieser Hinsicht mussten in Malawi erst einmal abgelegt werden.

z-neu-2z-neu-1

Aber dann durften wir uns an all dem Wunderbaren erfreuen, was Rangers auf so einem Ausbildungscamp erwartet, vom Mustercamp über verschiedenste Workshops bis zu den Aufgaben, die in Teams absolviert werden müssen.

z-neu-4 z-neu-5 z-neu-3

Wir waren überrascht, auf Gerhard Uys zu treffen, der in Südafrika die Rangersarbeit aufgebaut hat und besonders auch die Ausbildung der RR Leiter in Afrika voranbringt. So konnten wir viele deutsche Einflüsse der Stuttgarter Rangers, die vor Jahren die RR Arbeit in Südafrika geprägt haben, entdecken. Im Schulterschluss mit Mathias Kawerama, dem RR Direktor aus Malawi, leiteten die beiden in weiser humorvoller Art dieses Camp, nicht nur  organisatorisch im afrikanischen Kontext exzellent, auch geistlich in die Tiefe. Bei all dem hatten sie immer offene Ohren für jeden und nahmen sich Zeit, viele Rangers kennen zu lernen und Beziehungen zu pflegen. Für mich eine große Freude und Entspannung, die RR Arbeit dort in guten Händen zu sehen und auch eine Erleichterung, dass ich nun meine Ansprechpartner für Sambia kenne und um Rat fragen kann.

z-neu-7

Natürlich sehen Camps in Afrika ganz anders aus. Ich war gespannt, wie sie ohne Schwarzware und mit den eingeschränkten Möglichkeiten Holz einzusetzen, arbeiten. So wirken die Teamplätze und Zelte noch etwas fremd auf mich. Hier muss man sich dauerhaft vor Malariamücken und Schlangen schützen und jeder Baum, der noch in Afrika steht, ist kostbar.

z-neu-8-1

z-neu-15  z-neu-19

Sehr eindrucksvoll war der von Tag zu Tag zunehmende Teamgeist. Unglaubliche Teamsongs und begeisterte Appelle. Da sind wir Deutschen nur am Staunen, mit welcher Freude sich die Teams hier präsentieren. Sie singen ihre Teamsongs ständig, sogar wenn sie gemeinsam zum Zähneputzen gehen. So hört man schon morgens um 5.30 Uhr aus den Campecken munteres fröhliches Treiben.

z-neu-13

z-neu-10

Habt ihr mal Lust O-Töne zu hören?

Der krönende Abschluss war natürlich die Übergabe der Abzeichen und Urkunden. Stolz und freudig wurden zuerst die Teilnehmer aus Sambia geehrt. Ein sehr bewegender Moment, da flossen die Tränen über das, was Gott in einem guten Jahr Rangersarbeit voran gebracht hat.

z-neu-11

ER ist es, der diesen Weg für Sambia sieht, wir schauen verwundert auf die ersten Babyschritte!  Das macht Mut für den langen Weg, der noch vor uns liegt. Gespannt sind wir, wen Gott als Unterstützer zum Aufbau der RR Arbeit auch auf nationaler Ebene nach Sambia beruft. Als ersten Schritt möchten wir eine Stelle für ein FSJ (Freiwilliges soziales Jahr im Ausland) anbieten. Hierfür suchen wir  einen erfahrenen Ranger, mit Leiterbegabung, der diese im afrikanische Kontext entwickeln möchte. Ein FSJ ist bis 28 Jahre möglich.